Im Dialog mit den Schülerinnen und Schülern der Hardbergschule fällt auf, dass die Schülerschaft wenig bis überhaupt keine Sportangebote in Ihrer Freizeit wahrnimmt. Im Umkehrschluss kann davon ausgegangen werden, dass die Doppelstunde Sport in der Woche für viele Schülerinnen und Schüler dann auch die einzige sportliche Betätigung darstellt. Es sollte klar sein, dass in dieser kurzen Zeit kein trainingsrelevanter Reiz gesetzt werden kann. In anderen Worten, die Schülerinnen und Schüler werden sich in körperlicher Hinsicht kaum sportlich weiterentwickeln oder verbessern.
Wir als Lehrkräfte können in erster Linie versuchen, bei den Schülerinnen und Schülern die Freude an der Bewegung zu wecken. Wir können Stärken und Schwächen aufzeigen aber vor allem können wir den Schülerinnen und Schülern mitgeben was sie in ihrem Alltag tun können, um sich entsprechend weiterzuentwickeln.
In den Bereichen Kräftigung, Koordination und Beweglichkeit lässt sich relativ simpel vorgehen, da mit den Schülerinnen und Schülern innerhalb des Unterrichts entsprechende Übungen thematisiert und durchgeführt werden können. Dabei sind einfache und grundlegende Inhalte häufig am geeignetsten. Basierend auf diesen Grundübungen können dann Regressionen oder Progressionen angeleitet werden. 
Bedeutend komplexer ist der Bereich des Ausdauertrainings. Als Beispiel möchte ich die Ausdauerläufe bei den Bundesjugendspielen aufgreifen. Leider sieht die Realität nämlich so aus, dass die Kinder mit Feuereifer auf die 800- oder 1000m Laufstrecke starten und nach spätestens der Hälfte der Laufstrecke erschöpft stehen bleiben und enttäuscht die verbleibende Strecke gehend zu Ende bringen – wenn überhaupt. 

Im Rahmen des Gesundheitsprojektes „Meine Gesundheit: mein Bewegen – mein Essen – mein Schlaf“, welches wir inzwischen mehrfach und für die Kinder nachhaltig bei uns an der Schule durchführen, nutzen die Schülerinnen und Schüler bereits einen Activity Tracker der Firma Polar.
In einer Kooperation haben die Kollegin Frau Gotter (Hardbergschule) sowie Herr Prof. Dr. Neumann und Herr Zimmermann von der Pädagogischen Hochschule Heidelberg einen Fachartikel über dieses einzigartige Projekt geschrieben. Wenn Sie sich dafür näher interessieren, finden Sie diesen Artikel unter folgendem Link: „https://www.hardbergschule.de/wp-content/uploads/2018/09/Polar-Artikel.pdf“

Mit dem Activity Tracker Polar A370 haben wir außerdem die Möglichkeit die Herzfrequenz der Schülerinnen und Schüler mittels der kostenlosen Polar Team App auf einem iPad innerhalb des Unterrichts zu visualisieren und den Herzfrequenzverlauf der Stunde aufzuzeichnen und später theoretisch besprechen.
Diese Herangehensweise bietet erhebliche Vorteile. So können Schülerinnen oder Schüler direkt angesprochen werden, wenn sie sich über einen längeren Zeitraum bei einem motivierenden Sportspiel sehr hoch belasten. Genauso gut kann eine Schülerin oder ein Schüler aufgefordert werden sich stärker einzubringen, ohne dabei Bedenken zu haben, dass das Kind überfordert wird.
Die Energiebereitstellungsbereiche der aeroben Ausdauerleistung und der anaeroben Ausdauerleistung kann von der Schülerin oder dem Schüler jederzeit entweder durch die Herzfrequenz in Angabe als BPM, Prozentangabe bzw. durch die farbliche Darstellung wahrgenommen werden, oder durch die Lehrkraft mitgeteilt werden. So hat das Kind jederzeit die Möglichkeit sein subjektives Empfinden mit den tatsächlichen Werten abzugleichen. Je nach Zielsetzung können dazu dann die Inhalte des Unterrichts geplant werden.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass der Einsatz von Activity Tracker im schulischen Kontext gewinnbringend ist. Der Transfer von Praxis und Theorie ist für die Schülerinnen und Schüler sehr anschaulich und nachvollziehbar, da er sich immer an den individuell erhobenen Daten orientiert.

Außerdem gibt es der lehrenden Person einen tieferen Einblick in das Leistungsvermögen des einzelnen Kindes oder Jugendlichen.

Marco Gellert

Die Grafik gibt den Herzfrequenzverlauf eines Schülers sowie die einzelnen Phasen einer Sportstunde wieder. Zunächst erfolgte eine kleine Erwärmung. Im Anschluss wurde der Aufbau zum folgenden Hauptteil der Stunde besprochen. Im Verlauf des Hauptteils steigt zunehmend die Herzfrequenzkurve an. Abschließend findet der Abbau statt und noch ein kleines Spiel mit niedriger Intensität als Cool down.

Herzfrequenztraining im Sportunterricht

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